Ein brasilianisches Rezept für die private, vollkommene Schlemmerei …

Nachdem ich bei einer Küchenplauderei mit leGour mal erzählt habe, was ich so treibe, hab ich mir mal gedacht, ich plaudere mal aus der Rezeptetasche.
Ich hatte ja bereits bei obiger Küchenplauderei von der Feijoada gesprochen.
Hier folgt nun das Rezept. Gewidmet all denen, die ein bischen Brasilien bei sich zu Hause zaubern wollen:

    Umfassende Feijoada (Feijoada Completa)

    für 10 Personen

    1 1/2 kg schwarze (oder notfalls auch braune) Bohnen
    500 g Suppenfleisch
    1-2 Schweinszungen (evtl. geräuchert)
    500 g Carne seca (Trockenfleisch z.B. Kassler)
    500 g Schweinelende
    150 g geräucherter Speck
    750 g Lingüiça (= fette Wurst aus Schweinefleisch z.B. Mettenden, spanische Chorizos, frische Krakauer, Cabanos))
    1 Schweinefüßchen
    1 Schweineöhrchen
    1 Schweineschwänzchen
    Öl
    6 Zwiebeln
    8 Knoblauchzehen
    1 Orange
    3 Lorbeerblätter
    evtl. gemahlener Kreuzkümmel (Kümmel ist kein Ersatz für Kreuzkümmel; etwas milden Curry nehmen oder darauf verzichten)
    Salz
    Pfeffer

    für die Marinade:
    3 Eßlöffel Weinessig
    2 Knoblauchzehen
    2 Teelöffel Salz
    3 Teelöffel Pfeffer

    Die gewaschenen Bohnen in reichlich Wasser eine Nacht lang einweichen. Ebenfalls am Abend zuvor die verschiedenen Fleischsorten in einer Marinade aus Weinessig, zerdrücktem Knoblauch, Salz und Pfeffer einlegen. k Am nächsten Tag in einem großen Topf in etwas Öl 2 klein geschnittene Zwiebeln und 3 zerdrückte Knoblauchzehen anbraten, die Bohnen mit ihrem Einweichwasser dazugeben und ca. 1 1/2 Stunden bei niedriger Temperatur kochen (eventuell noch Wasser dazugießen).
    In einem anderen Topf in Öl 4 große, in Ringe geschnittene Zwiebeln, 5 zerdrückte Knoblauchzehen und die Lorbeerblätter andünsten, bis die Zwiebelringe weich und glasig sind. Die verschiedenen Fleischsorten in der oben angegebenen Reihenfolge zufügen – ca. alle 10 Minuten die nächste Sorte, mit der Schweinelende auch Schweinefüßchen, -öhrchen und -schwänzchen, dabei auf die verschiedenen Garzeiten des Fleisches achten (Rindfleisch und Zunge benötigen länger als Kasseler etc.). Alles schmoren lassen. Das Fleisch soll schließlich sehr weich sein, jedoch
nicht zerfallen. Nach ca. 1 1/2 Stunden das Fleisch, die Würstchen und die anderen Zutaten in den Bohnentopf geben und alles zusammen nochmals 1 1/2 bis 2 Stunden bei schwachem Feuer kochen. Ab und zu mit dem Holzlöffel umrühren. Eventuell mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer nachwürzen. Die Bohnen müssen weich sein, dürfen aber nicht zerkochen, und die Brühe soll reichlich und sämig sein. Beachten Sie jedoch, dass die Feijoada keine Suppe ist. Eine geschälte ganze Orange während des Kochens in den Topf legen. Dadurch vermindert sich der Fettgehalt.

    Variante
    Die Schweinefüßchen, -öhrchen und -schwänzchen können durch 500 g geräucherte Rippchen ersetzt werden.

    Beilagen
    Reis, Farofa (Rezept: s.u.), geschälte Orangenstückchen, Brokkoli, Blumenkohlblätter und Kohlrabiblätter ; unbedingt eine sehr scharfe Chili-Peperoni-Sauce (Molho de Pimenta; Rezept: s.u.); eventuell Kopf, Tomaten- oder »Zwiebelsalat«.

Da waren jetzt zwei Sachen drinne, deren Rezepte ich jetzt auch noch mal nachschiebe:

    Chili-Peperoni-Sauce (Molho de Pimenta)

    100 g Malaguetta-Pfeffer (ersatzweise: Chili, scharfe Pepperoni)
    2 Limetten (Saft)
    2 Zwiebeln
    1 Knoblauchzehe
    2 Eßlöffel Olivenöl
    1 Bund Petersilie
    1 Bund frischer Koriander (auf keinen Fall: Korianderpulver oder Korianderkörner)
    1 Teelöffel Salz
    evtl. Weinessig
    Zwiebeln, Salz und Knoblauch mit Limettensaft in einem Mörser zerdrücken. Gehackte Petersilie, Koriander und Pfeffer zufügen. Nochmals zerdrücken und ziehen lassen. Eventuell mit etwas Weinessig verlängern. 

und dann noch

    Farofa

    für 6 Personen

    200 g Maniokmehl (z.B. das GARI von TRS, welches es in Asien-Läden gibt)
    3 Eßlöffel Butter
    1 Teelöffel Salz
    Das Mehl in einer Pfanne unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten rösten. Die Herdplatte ausschalten und die Butter nach und nach in das geröstete, heiße Mehl geben und gut verrühren. Es entsteht eine grobkörnige Mischung, die Streuseln ähnelt. Salzen und heiß servieren.

    Variante 1 :
    »Trockene Farofa« mit Oliven, Mais, Schinken, sauren Äpfeln, Rosinen, klein geschnittenen Pflaumen, Fleischresten etc. beliebig variieren.

    Variante 2 :
    Aus 4 bis 5 Eiern, 4 Eßlöffeln Butter, 2 klein gehackten Zwiebeln, 3 Eßlöffeln Petersilie eine weiche Rühreimasse bereiten und nach und nach Maniokmehl* unter ständigem Rühren daruntermischen. Salzen.

So.

Dann wünsche ich viel Spass beim Nachkochen und zum Trinken dazu was typisch brasilianisches.

Was das Getränkt ist?

Na klar!

Verdammt kaltes Bier!

Guten Appetit und Prost

wünscht

Careca