Alle Wetter, was ist das wieder für ein Wetter.
Ich bin inzwischen ja auch der Meinung, dass wir keinen Sommer mehr brauchen. Warum sollten wir nicht direkt nach dem Frühling wieder in den Winter übergehen?
Der Streusplitt der Strassen ist gerade gewaschen und wieder einsatzbereit. Die Winterwäsche gerade gewartet und ebenfalls wieder einsatzbereit. Der Glühwein lagert noch im Keller und Salz hab ich eh genug im Küchenschrank.
Also, Petrus, reiß die Himmelspforten auf und lass Frau Holle die miefigen Federbetten von euch da oben mal wieder kräftig ausschütteln!
Und richtig, vor vier Tagen musste ich schon Graupelschnee von meinem Leihwagen wischen. Nur dummerweise hatte ich die per Radio empfohlene Winterausrüstung nicht dabei. Ich mein, es war Ende Mai, da kann ich doch noch mit sowas rechnen, oder? Ich möchte ja nicht erneut von Blitzeis betroffen werden und erst recht nicht auf Sommerschluppen an den Felgen. Wir sind ja längst noch nicht im Hochsommer angekommen, oder?
Na, also.
Eben.
Bei der Rückgabe hatte ich ein ernsthaftes Gespräch mit der Verleihfirma, die ja laut Werbespruch in der Telefonwarteschleife richtig härter ranklotzen möchte.
Ja, es ist schon richtig schattig hier.
Seltsam dünkt es mir jetzt, dass, als ich im Winter einen WM-Schal eingekauft hatte, mir danach einfiel, dass die WM ja im Sommer ist. Tja, ich dachte mir leicht indigniert: “ Ein klassischer Fehlkauf! “ Aber jetzt muss ich diese Entscheidung wohl neu bewerten. Funktioniert mein Bauchgefühl-Einkauf also doch?
Allerdings fehlt mir zu meinem grün-gelben WM-Schal noch ein WM-Regenschirm, denn bei diesen niedrigen Temperaturen ist der Regen auch noch richtig unverschämt kalt. Einen WM-Taschenwärmer wäre auch nicht schlecht. Und wie wäre es mit WM-Feinripp-Woll-Unterwäsche?
Wie war es damals? Wie wurde früher auf solch mieses Wetter reagiert?
Wenn es früher nichts zum Essen gab, lag das häufig am Wetter.
Klar. Es hatte dann meist zu wenig geregnte, manchmal aber auch zuviel.
Damals wusste man, an wem das schlechte Wetter lag. Nämlich an irgendeinem Heiligen. Und am Regen sind Sankt Medardus und die Heilige Sabine schuld.
Früher handelte man also auch entsprechend konsequent:
Als der sintflutartige Regen gar nicht mehr aufhören wollte, hat man in Frankreich alle Statuen des Heiligen Medardus ertränkt. Daraufhin schien die Sonne wieder.
Wenn es also nicht bald besser wird, werde ich einen Aufruf starten, die heilige Sabine in den anliegenden Flüssen zu ersäufen. Mit dem Sankt Medardus hatte das damals ja auch geklappt. Und das ganze freilich mit dem Segen der katholischen Kirche.
Also Sabine, du Heilige, sieh dich heilig eilig vor und sorg‘ schnellstens für schönes Wetter, sonst endest du als aufgedunsene Wasserleiche in der schönen, blauen Donau.
Okidoki, Sabine ?!
grummelt
Careca