Bärenhunger – österreichische Geschenke an Bayern

In Bayern steht kein Pferd auf dem Flur.

In Bayern nicht.

Niemals nicht!

Nee, da streift maximal ein Braunbär durch die Landschaft.

Und freilich haben findige Leute rausgefunden, dass der Bär einen österreichischen Reisepass haben müsste, da er direkt aus Österreich unbemerkt über die grüne Grenze nach Bayern schlupfte.

Aber der Bär hat selbstverfreilich keinen österreischischen Reisepass vorweisen können und daher hat die BILD-Zeitung ihn heute auch gleich als deutschen Bären ausgegeben.

Dabei ist es mit Sicherheit ein Bär, den uns Österreich in alter Freundschaft aufbinden wollte.

Aber der ließ sich weder aufbinden noch aufknüpfen.Stattdessen reisst er schweigende Lämmer, mördert unschuldige Hühner und fleddert brieftragende Tauben.

Nach 170 Jahren zottelt also wieder ein marodierender Bär durch die naturbelassene, schöne deutsche Landschaft.

Und weil er keinen Reisepass hat und somit Illegaler in deutschen Landen ist, ist er zum Abschuss frei gegeben …

Moment.

     Und weil er keinen Reisepass hat und somit illegaler in deutschen Landen ist, 

Das ist Quatsch.

Hier geht es eigentlich um was anderes.

Da taucht in der domestizierten Flora und Fauna Deutschlands ein wildes Tier auf, für welches der Menschen ideal in dessen Beuteschema passt.

Fressen und gefressen werden.

In Deutschland drohen dem Menschen kaum noch ernsthafte Gefahren in seinen Industriewäldern (natürlichen Ur-Wald findet man nur noch sehr selten).

In vielen anderen Ländern dieser Welt ist ein Spaziergang in Wäldern nicht wirklich risikolos.

Im Gegensatz dazu erinnere ich mich, wie ich früher auf dem Lande barfuss durch die angrenzenden Wälder streifte und das einzige, was mich gebissen hat, waren Mücken oder Ameisen und hin und wieder fummelte ich Stacheln aus meinem Fuss, aber sonst nichts.

Die wenigen Gefahren, die wirklich drohen, sind verärgerte Bachen (wenn sie nicht schon alle abgeschossen wurden), Füchse mit Tollwut, Vögel mit Grippe und schiesswütige, kurzsichtige Jäger. Im grossen ganzen sind es die Überträger von Krankheiten.

Und jetzt kommt er, der Braunbär.

Und übernimmt mal locker die Seite 1 der BILD-Zeitung, was mal wieder ein wenig den Blick für wirkliche Feinde des Menschen verstellt: dem Menschen an sich.

Zumindest darf der Bär jetzt abgeschossen werden, ausländerjagende Menschen noch nicht (und es soll auch dabei bleiben, denn Gott-sei-Dank sind wir noch nicht total barbarisiert).

Na, der Bär mit seinen Bärenhunger erweist der Presse momentan einen Bärendienst und nachher kann man ihm das Fell über die Ohren ziehen (was man mit anderen ja bekanntlich nicht darf …).

Hoffentlich wird er gefangen, bevor ein Jäger ein Waidmanns-Dank tröten kann

findet

Careca