Holz, ein begehrtes Baumaterial: damals für Pferde, heute für politische Wege


Die Straßen Bayerns sind nie wirklich dunkel. Das hehere Licht der Staatskanzlei und deren angeschlossenen Organen leuchtet bis in die letzten Winkel seines Landes. So erfreut sich insbesondere der Bürger Münchens eines hohen Sicherheitsniveaus.

Seitdem Anfang, Mitte der 1960er Jahre noch Studenten von der Leopoldstraße gen Norden joggten, um an der »Münchener Freiheit« rum zu trollen, so wissen doch die heutigen Studenten, wo sich das Leben abzuspielen hat: nur dort in der Leopoldstrasse, da wo es auch noch Universität hat.
Pardon, Elite-Universität wollte ich freilich schreiben. Denn die »LMU« ist auch so eine Leuchte Münchener Wissens. Letztendlich hatte im Bette mit seiner Mätresse diese Wissensanstalt ein bayrischer König verfügt, dass dort Wissen von Wissbegierigen angehäufelt werden solle. Von Rumdemonstrieren hielt der bayrische König weniger, weil es auch damals Leute gab, die sich nach seinem Geschmack zu sehr für sein privates Sexleben interessierten.

Die LMU wie auch andere Universitäten des »Freiheitsstaates Bayern« hat schon viele fähige Köpfe hervorgebracht, welche zwischen Frankenland, Walhalla und Alpenpanorama ihren Doktor gemacht haben. Dr. Franz-Josef Strauß, Dr. Max Streibel, Dr. Edmund Stoiber, Dr. Karl-Theodore zu Guttenberg, Dr. Ilse Aigner, Dr. Hans-Peter Friedrich.

Na? Wo war der Fehler?
Richtig. Unser Problembär-Jäger und Transrapid-Einsteiger Stoiber und unser Innenminister und Bewahrer der inneren Sicherheit Hans-Peter Friedrich sind die einzigen mit einem Doktortitel und Ilse Aigner hat im Gegensatz zu allen anderen nur die Mittlere Reife. Aber der Rest hätte sich gerne mal mit einem Doktortitel geschmückt. Unser herzallerliebster Karl-Theodore auf und davon Guttenberg wollte einen, hat ihn sich kopiert und deswegen wurde dieser Titel ihm nicht mehr gegönnt. Stoibers Töchterle wollte auch dem Herrn Papa in Sachen Titel nachfolgen und wurde dabei im post-universitären Leben ebenfalls von ihrer Kopiererei schneller eingeholt, als es sich das Töchterlein dachte.

Nebenbei: freilich haben nicht alle an der LMU studiert, die jetzt in Bayern wichtige Staatsämter bekleiden. Aber hilfreich war es doch. Denn so konnten fähige Köpfe Bayerns entscheiden, dass die Geschichte auch für die bayrisch-rautenförmigen Gedankenmuster etwas eminent Wichtiges parat hatte: die Erlangung von Wissen von hinten durch die Brust direkt ins Auge. Geschichte zum Nacheifern. Historisches Kopieren in konservativer – also bewahrender – Tradition.

Denn da gab es mal ein Volk von Streitern, die wollten in eine Disko und der Türsteher sagte denen dauernd »Du kommst hier nicht rein«. Das hat die Streiter so genervt, dass die ein Holzpferdchen bastelten und es dem Türsteher brachten, der es sofort in die Abstellkammer verfrachtete, weil er damit nichts anzufangen wusste. Als dann die Disko geschlossen war, kletterten paar Illegale heraus und kurz darauf machten die Streiter spontan Fete in der Disko. Diese List ging in der Geschichte als das Pferd von Troja ein.

Mit »Du kommst hier nicht rein« kennen sich die bayrischen Politiker seit der Gründung der Münchener Nobeldisko »P1« zur Genüge aus. Also haben sie sich gedacht, das, was Odysseus in Troja schaffte, das würde die Staatskanzlei auch mit ihren zu verwaltenden Bürgern schaffen und programmierten folglich einen Trojaner.

Inzwischen hatte die bayrische Politikerin Ilse Aigner was ganz neues für ihren Beruf entdeckt: Datensicherheit. So kämpfte sie für die Verpixelung von Häusern bei Google-Street-View, auf das niemand mehr per Heim-Computer in fremde Wohnungen schauen sollte. Medienwirksam trat sie bei Facebook aus, besser gesagt, sie versuchte, dort ihr Profil zu löschen. Wer wissen will, was sie bei Facebook im Profil stehen hatte, kann bei Wikipedia oder Ilse Aigners neustem Twitter-Account oder http://www.ilse-aigner.de nochmals alles nachlesen.
Später pilgerte Uns-Ilse schließlich auch noch in die amerikanische Zentrale von Facebook (»Ilse who?«), um dort für die Datensicherheit ihrer Bürger zu kämpfen. Ihr persönliches Erfolgserlebnis war, dass der Facebook-Chef Mark Zuckerberg nach ihrem Besuch die »Timeline« für Facebook ankündigte, um jedermanns Leben somit zum öffentlichen Privatarchiv wandeln zu können.

Ilse Aigner zeigte sich daher über Facebooks neuen Zukunftsprojekte so erfreut wie letztens eben jener Rechtsanwalt, der die Festplatte seines Mandatens dem Chaos Computer Club (CCC) zur Analyse übergab. Und der CCC fand dort eine Art Holzpferdchen, mit dem wohl einige »Du kommst hier nicht rein«-Hasser sich auf jenem Computer breit gemacht hatten. Die Tarnung des »Bundestrojaner« war aufgedeckt. Aber darin täuschte sich der CCC. es war kein »Bundestrojaner«. Lediglich ein »Freistaat-Trojaner«, welchen der Mandant des Rechtsanwalts sich bei einer Kontrolle am Münchener Flughafen eingefangen hatte. Gut, der Zoll und die Sicherheitskontrollen am Flughafen unterliegen eindeutig dem Bund. Aber der Trojaner war eindeutig bayrischer Art. Typisch bayrisch vordergründig. So bayrisch wie Ilse Aigner, Franz-Josef Strauß, Edmund Stoiber und Karl-Theodor zu Guttenberg.

Doch zurück zu Ilse Aigners Besuch bei der US-Facebook-Zentrale: Frau Aigner wollte klären, ob schon ein Klick auf einem Facebook-Like-Button genügt, um auf dem Computer für zwei Jahre ein Cookie abzulegen, um das Surfverhalten des Nutzers am PC aufzuzeichnen. Es ist der Traum für jeden Landes- und Bundespolitiker und besonders deren Exekutive.
Stand zum Fotografieren von Straßenzügen bislang nur hoch komplizierte Satellitentechnik zur Verfügung, während Google einfach Autos mit Kameras auf nem Stativ nutzte, so lässt gerade die Existenz eines bloßen Cookies Überwachungsträume ins Kraut schießen. Denn würde der Staat Straßen und deren Internet-Access-Points fotografisch und datentechnisch für eigene Zwecke dokumentieren, es würden nur überbezahlte und untermotivierte Schlapphüte zur Verfügung stehen (was die Satellitentechnik erklärt).

Also ein Cookie als Trojaner? Was für ein Traum. Wie macht Facebook das nur? Ilse wollte es in der US-Facebook-Zentrale genauer wissen. Facebook hat alle ihre Fragen zugelassen. Nur beantwortet hatte Facebook diese nicht. Wie unfair, Facebook.

Neulich hatte der Innenminister Hans-Peter Friedrich (ebenfalls bayrischer LMU-Absolvent und P1-Geschädigter) erst versucht, der Ministerin Aigner den Wind aus ihren aufgeblähten Segeln zu nehmen. Friedrich erklärte sich ex pressis verbis damit zufrieden, würde Facebook einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Datensicherheit nachkommen. Dieses ist insofern bemerkenswert, da die Datensicherheit den Aufsichtsbehörden der Länder unterliegt und nicht dem Bund. Somit also auch nicht dem Innenminister. Und erst recht nicht Ilse Aigner und deren beiden für die Sache »Internet« abgestellten Mitarbeitern. Zwei Mitarbeiter eines 900-Mitarbeiter-starken Verbraucherschutzministerium (s.a. ZEIT-Online). Was für ein Einsatz für ein Volk von durch Facebook bedrohte Bürger. Wird es jetzt klarer, warum der CCC nie einen »Bundestrojaner« aber dafür einen »Landestrojaner« finden konnte? Auf Bundebene fehlen entsprechende Arbeitskräfte.

Und jetzt sehen wir plötzlich, dass der CCC dem bayrischen Trojaner-Dreigestirn »König, Bauer und Jungfrau« (Innenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Bayrischer Innenminister Joachim Herrmann, Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner) ein dickes Ei ins Nest gelegt hat: des Kaisers neue Kleider verhüllen nicht wirklich etwas, sondern zeigen eigentlich nur, wie lächerlich und janusköpfig dieser Pseudo-Kampf gegen Facebook und Co. ist.

Im Mittelpunkt steht wie üblich nicht der Anspruch auf Datenschutz der Menschen. Argumentativ vorgeschoben wurde die Terrorabwehr. Damit sollte der »Bundestrojaner« der Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Eingesetzt wurde jetzt staatlicherseits ein Abkömmling illegal zur Bekämpfung des Drogenhandels. Mehr als ein Schädlingssoftware-Programm ist dabei nicht herausgekommen. Ein Programm, welches zum einzigen Zweck der kompletten Internet-Überwachung verdächtiger Bürger erstellt wurde. Es bleibt die gute Hoffnung, dass jetzt das Programm den wohlverdienten Weg aller Schadprogramme erfahren wird: die Aufnahme in die Virendatenbanken der Anti-Viren-Softwarehersteller.
Jetzt fängt wohl die Nervosität der Einsatzzentralen jenes Trojaner-Programmes an: Wer hat diese Schadsoftware denn nun auf seinem Rechner? Wer entdeckt ihn?

Ilse Aigner und ihr Kampf gegen Facebook war bislang eine wohlfeile Show. Der Einsatz von staatlichen Trojanern dagegen ist das real existierende Handeln hinterm Vorhang. Offizielle Behörden haben es auf Inhalte abgesehen, die die von ihr verdächtige Bürger auf dem Monitor und auf der Festplatte haben. Einerseits. Andererseits gilt auch jetzt wieder der von Politikern dauernd propagierte Grundsatz »Wer stets rechtens lebt und nicht zu verbergen hat, der hat auch vor einem Staatstrojaner nichts zu befürchten«.

Genau. Warum dem Staat alles vorenthalten und als privat deklarieren? Warum mache ich aus meinen Computer-Sitzungen jeden Abend nicht auch immer gleich ein »Public Viewing« in meiner Straße? Hab ich etwas zu verbergen? Bin ich etwa ein Gefährder, etwa ein Schläfer, nur weil ich meine Daten von bestimmten Organisationen nicht wirklich erleuchtet und durchleuchtet sehen möchte?

Gut. Wenn all jene mit gutem Gewissen, ihre Computersitzungen auf Leinwände zeigen würden, zur Überwachung all dieser »Public Viewing«-Shows würde es viele Schlapphüte benötigen, die sich vor den Leinwänden fleißig Notizen und Fotos (sogenannte Screen-Shots) machen. Der gläserner Bürger. Dann wäre der Staat zufrieden. Das Idealbild einer wehrhaften Demokratie in der Gefahrenabwehr. Nur wäre dazu ein verdammt hoher Personalaufwand notwendig. Aufwand um jeden Preis. An dieser Herausforderung ist bereits schon einmal ein Staat vor mehr als 20 Jahren gescheitert.
Im Zeitalter des Computers geht es erheblich einfacher, Daten und Informationen abzugreifen. Was denn einem Trojaner auch gleich wieder seine Daseins-Berechtigung gibt. Das haben sich wohl auch viele Politiker gesagt und das Projekt freudig abgenickt (ergo: Politiker ungleich Bürger).

Der Trojaner als erleuchtende Lebensphilosophie.
Ein Leben im Hier und Jetzt in den Grenzen von Copy & Paste.
Insbesondere die Stoibers und Guttenbergs aus Bayern wissen viel dazu zu berichten. Offensichtlich eine bayrische Lebensphilosophie. Eine, welche jetzt den Trojaner im Dienste seiner vielen bayrischen Majestäten der Staatskanzlei gestellt hatte.

Und was hat das staatliche Copy & Pasten mit Trojanern jetzt politisch zu bedeuten? Wird es bald wieder eine Doktorenschwemme unter Politikern geben? Sponsored by screenschots? Made by Trojaner?

Trojaner. Nachempfunden der Kriegslist beim Kampf um Troja. Als mit Hilfe eines hohlen Holzpferdes eine Bastion geschleift wurde. Genau das haben die Bayern vor allen anderen zuerst aus der Geschichte gelernt. Und exemplarisch preußisch vorexerziert:
Mit Holzpferden kommt man am besten auf Holzwegen voran.
Auch wenn die Bretter vor der eigenen Stirn als Wege dazu herhalten müssen.

Das Schlusswort an dieser Stelle sei dem verstorbenen GröBaz Franz Josef Strauß (dem Politiktrojaner ohne Doktorhut und doppeltem Boden) vorbehalten:

»Von Bayern gehen die meisten politischen Dummheiten aus. Aber wenn die Bayern sie längst abgelegt haben, werden sie anderswo noch als der Weisheit letzter Schluss verkauft.«

Ertrage die Clowns (1): Norwegen und seine Interpreter


Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Das Attentat des bekennenden Christen lässt wohl allgemein vorgeschobene Ratlosigkeit bei den Journalisten zurück. Wäre er ein Islamist gewesen, die Welt wäre so einfach zu erklären gewesen. Aber es war ja kein Pluderhosenträger sondern jemand, der die Freiheit Europas verteidigen wollte. Das passt vielen ganz und gar nicht ins derzeitige Konzept. Wie schrieb die rechtsgerichtete Internetplattform „PI“ (Quelle des folgenden Zitats ist die Internetseite http://www.pi-news .net):

Im heute viel diskutierten Manifest des norwegischen Terroristen Breivik kommt auch ein Auszug aus einem Interview Henryk M. Broders vor. Der Tagesspiegel kontaktierte Broder darauf in England, wo er sich gerade aufhält, und fragte, wie er sich dazu stelle und ob er sich Sorgen mache. Broders Antwort:
“Das einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, woher ich Ersatzteile für meinen Morris Traveller aus dem Jahre 1971 bekomme. Sogar in England werden die Teile knapp.”
Eine sehr gesunde Einstellung meiner Ansicht nach!

Weitere Irrungen und Wirrungen der Glaskugelleser finden sich auf den folgenden Internetseiten hier (http://www.bildblog.de/32127/vorzeitiger-mutmassungserguss/) und hier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/feiges-journalistenpack/) trefflich wiedergegeben.

Im DWF (Deutsche Welle Fernsehen) sah ich heute einen Kommentar, der davon sprach, dass solche Terroristen ernst genommen werden sollten und die Ausländerpolitik in Europa besser geregelt werden müsse. Mir fiel das Frühstück dabei fast aus dem Gesicht. Wäre es ein Islamist gewesen, es wäre übrigens der gleiche Kommentar gewesen, aber mit noch wesentlich härter geforderten Gangarten wie Überwachung von Moscheen, Überwachung ausländischer Gruppierungen, Strafe bei Nicht-Integration usw. usf.. Vielleicht hätte auch jemand eine Bestrafung des Berliner Türken gefordert, der den vorsätzlich provozierenden Sarazin mit seinem Kamerateam aus seinem Lokal warf (was ja bereits die BILD-Zeitung indirekt als bestrafungswürdige Häresie wertete).
Nun war es aber keine unrasierte, dunkelhäutige mit gegelten schwarzen Haaren daher-gelaufene Pluderhose, sondern ein blondes, blauäugiges, sauber rasiert und gescheiteltes Bürschlein. Ein ausgewachsenes Jüngelchen, welches mit voller Ratio und hinterhältiger Planung zum Massenmörder wurde und sich inzwischen damit auch noch brüstet, insbesondere Sozialisten getötet zu haben.

Dass der Junge nun nicht wirklich ins derzeitige Raster der gewollten Terror-Ausübenden passt, wird viele nicht daran hindern, neue Daumenschraubengesetze gegen diejenigen zu verhängen, die damit nicht das geringste zu tun haben. Im Namen der Freiheit werden Freiheiten eingeschränkt werden. Das ist so sicher, wie bei bestimmten „Christen“ das Amen in der Kirche.

Von den Attentaten hatte ich zuerst nichts mitbekommen, weil ich auf einer Rückreise aus den USA war. Gewundert hatte ich mich am Tage der Attentate lediglich, dass die USA-Ausreise so langwierig wurde. Aber wer die USA-Einreise kennt, den wundert so etwas nicht wirklich. Als ich dann am nächsten Morgen landete und meinen Koffer vom Band holte, fiel mir erst zu Hause auf, dass eines meiner TSA-Schlösser (http://de.wikipedia.org/wiki/TSA-Schloss) fehlte. Es war zusammen mit einer Reißverschlusslasche abgerissen worden (die andere Lasche befand sich kurioserweise verbogen noch dran, so dass das Schloss wohl entweder gewaltsam geöffnet oder gleich zerstörerisch herunter gerissen worden sein musste, wobei die andere Lasche vom Koffer gerissen wurde). Mein Koffer war offensichtlich durchsucht worden. Der Grund präsentierte sich mir auch gleich: Meine vor der Rückreise geleerte Kunststoffwasserflasche. Geöffnet fand ich sie sich in meinem Koffer, obwohl ich sie vorher verschlossen hatte, damit der Rest Wasser nicht auslaufen sollte.
Ja, es war dumm von mir, eine leere Kunststoffwasserflasche im Koffer zu haben. Da sieht der Zöllner am Scanner nichts drin. Keine Flüssigkeit. Nichts. Es könnte ja also auch Gas drin gewesen sein. Richtig dämlich, nicht wahr. So etwas tut man auch nicht.
Aber welches Arsch nimmt sich trotz nicht billigem und für Zöllner jederzeit aufschließbaren TSA-Zahlenschloss (15 Euro das Schloss) heraus, erstens dieses gewaltsam zu entfernen und zweitens meinen Koffer zu beschädigen? Ist das mein Preis für diese deren verdammte Terror-Paranoia?
Super.
Eeeeeeeeeecht toll.
Stürzen die meisten Flugzeuge etwa wegen Terroranschläge ab? Als die Air-France-Maschine zwischen Rio de Janeiro und Paris im Atlantik abstürzte, waren die ersten Vermutungen gleich beim Terrorismus und der „Achse des Bösens“.
Klar, es gibt sie, die Oberärsche, die meinen, Attentate öffnen einem das Tor zur Ruhmeshalle oder zu politischen Lösungen. Ich bezweifle es nicht, dass es solche Gefährliche gibt.
Aber irgendwo hört die Vernunft auf und der Wahnsinn fängt an.
Und das nicht ausschließlich bei Terroristen.

Die Journalisten-Kommentare, die ich inzwischen zu dem Terroranschlag von rechts las, passen zu meinem Erlebnis. Alte Wild-West-Masche: Erst schießen, dann fragen. Und wenn wer dafür seinen Preis zahlen muss, heißt es entschuldigend „Kollateralschaden“. Dann muss auch niemand das zahlen, was eh da ein anderer schon bezahlt hat. So etwas nennt man in der Industrie geflissentlich auch „Eh-da“-Kosten.

Sogenannte Experten (in Regierungen und vor den Kameras und Mikrofonen der Auflagen-hinterher-Hechelnden sind sie eh da … es geht um Werbegelder und Werbeminuten; wer kein attraktives Programm hat, kriegt kein Geld mehr auf dem Markt zusammen und geht im Sinne von „Angebot und Nachfrage“ dem Gang aller wirtschaftlich erfolglosen Unternehmen, den neoliberalistischen Gang …). Und die Exekutiven spielen Hand in Hand.
Teamwork.
Und wir sollen alle brav mitspielen. Respektive mitarbeiten.
Die einen bauen die Pyramide und die anderen haben die Aufpasser und Pläne dazu. Und wir alle spielen brav mit. Denn wir finden Pyramiden toll. Letztendlich können wir darin unsere Freiheit in goldenen Särgen reinstellen. Ist das etwa nichts?

Als 2001 9/11 geschah, waren sich Kommentatoren darüber einig, dass jenes das Ende der „Spaßgesellschaft“ sein müsse. Denn angesichts solch eines ernsten Terroranschlags wäre es unglaublich, dass solche Dinge wie „Love Parade“, Raves und Hedonismus noch eine Berechtigung hätten.

Über zehn Jahre zuvor, Anfang der 1990er wurde in Deutschland der Karneval abgesagt. Denn wenn andere sterben würden (Golf Krieg No. 2, auch unter dem Begriff „Desert Storm“ bekannt), dürfen andere nicht feiern.

Jetzt, 10 Jahre später – wir schreiben das Jahr 2011 -, ertönen bereits die Kommentare, dass Länder zu sehr offen sein können, dass Europa in der Ausländerpolitik irre. Wohlgemerkt, es wird bereits nicht darüber diskutiert, wie gegen Terror von Rechts vorgegangen werden soll, sondern wie rechte Terroristen durch Politikwandel beruhigt werden können.

Selbsternannte Experten aus dem journalistischen „Allzeit-bereit-Experten“-Pool erklären uns, warum uns ein Massenmörder nicht schrecken sollte. Solche „Experten“ füllen Seiten und Sendezeiten. Oder wie BILD darüber unter dem Titel „Wie gefährlich ist dieser Täter-Typus?“ schrieb (ich zitiere lediglich den ersten und den letzten Satz; der Rest dazwischen unterstreicht beides):

Fanatische Einzelgänger oder Amokläufer erschießen nicht selten Dutzende Menschen. […] „Mit diesem Risiko müssen wir leben.“

Quelle des Zitats aus der BILD-Unterseite …/politik/ausland/norwegen-massaker/anders-breivik-wie-gefaehrlich-ist-dieser-taeter-typus-19027034.bild.html
Da muss ich mir mal den polemischen Zwischenruf gestatten dürfen: Wer redet da eigentlich noch von Fachkräftemangel in Deutschland, bei solchen Experten?

Bislang lese ich nicht vieles, was darauf hindeutet, was getan wird, um den Terror von rechten Menschen zu bekämpfen, außer dass man denen nachgeben will, indem man auf deren Forderungen mit Kompromissen eingehen könnte. Eher wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um ein Einzeltäter handele und dass Norwegen eine zu freie Gesellschaft sei, aufgrund dessen ein Einzeltäter zum Schluss kam, ein Massaker in Oslo und auf einer Insel zu realisieren.
Wie heißt es doch immer wieder in bestimmten Kreisen: Wozu brauch ich staatlicherseits im Hirn ein erhellendes 100-Watt-Lämpchen, wenn die ganzen Watt gleich in die Exekutive und ihre Oberarme gesteckt werden?

Naja, ich vermute insgesamt wird wieder die Freiheit ein Opfer der Journalisten und Politiker werden. Es wird so kommen, wie es in den letzten Zeiten immer kam: Im Namen der Freiheit werden Freiheiten eingeschränkt. Als Koonzession den Linken und Rechten gegenüber.
Aufklärung dagegen und über die verursachenden Grundübel wird seitens solchen Parteien nicht betrieben, denn Wissen ist Macht. Und es soll doch so bleiben, dass alle Macht vom Volke ausgeht und nicht, dass es zum Volke zurückkehrt.
Wie immer.
Freiheit ist gefährlich. Für Linke insbesondere wie für Rechte.
Wir warten auf deren Einschränkungen.
Im Namen der Freiheit.

Die Freiheit
(von Georg Danzer)

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn,
da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern“ stand auf einem großen Schild
und „bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“ sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr!
Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!“
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag!
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!

Die Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

Wie erkennt man einen Terroristen?


Was man schon immer wissen wollte, aber nie zu fragen wagte.
Politiker wissen jetzt schon ganz genau, wie man Terroristen erkennen kann:

http://www.youtube.com/watch?v=mSaNMDLrd04 :

Also, Leute, im Winter nur in Badehose ungebräunt sich einem Bahnhof nähern, denn dann ist man unverdächtig …

Die perfekte Flugzeugentführung


Abenddämmerung

Reporter: Herr Mozek, wir konnten es bei der Ankunft des Fliegers am Flughafen Kattowiz beobachtet. Die Passagiere erschienen erleichtert beim Aussteigen.
Mozek: So?
Reporter: Ja. Ich würde behaupten, sie waren richtig fröhlich.
Mozek: Was Sie nicht sagen.
R: Aber ja. Ich sag es mal offen heraus: Sie haben das perfekte Verbrechen vollzogen.
M: Wie?
R: Nicht wahr? Sie haben das Flugzeug entführt.
M: Lächerlich! Ich bin Pilot. So ein Quatsch.
R: Würde ich nicht sagen. Noch nie sah ich Passagiere so froh einem Flugzeug entsteigen. Es musste sogar jemand die Leute beim Ausstieg bremsen.

Passagiere

M: Ach ja?
R: Ach ja!
M: Ach ja.
R: Also?
M: Sie sind ein scharfer Beobachter.
R: Danke. Das verlangt meine Profession.
M: Ja, ich und mein Co-Pilot Mizewski tragen hier die volle Verantwortung.
R: Verstehe.
M: Wissen Sie, die Sicherheitsvorkehrungen an europäischen Flughäfen haben uns genervt.
R: Heißt das, keine ideologische oder politische Motivation?
M: Nein, nicht wirklich.
R: Hm.
M: Es hat uns genervt. Und da hatte ich den Plan für das perfekte Verbrechen. Und mein Kollege ist gleich drauf eingestiegen.
R: Er ist Moslem?
M: Nein.
R: Oder mosaischen Glaubens?
M: Nein.
R: Tibeter?
M: Sein Schwippschwager dritten Grades kennt jemanden der evangelisch ist.
R: Also doch religiös motiviert?
M: Nein, nicht wirklich. Er führt im Internet einen Blog mit halbnackten Frauen.
R: Das ist uninteressant.
M: Er spricht ostdeutsch.
R: Aha. Ein Ansatzpunkt. Ist er unzufrieden mit der Bundesrepublik auf globalisierter Ebene bezüglich islamischen Terrorismus?
M: Wir wollten der Welt zeigen, dass die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen Hofnarrenonanie der Politiker sind.
R: Aha, also sexuell motiviert? Inzest?
M: Mein Co-Pilot und ich beschlossen einfach die eigene Maschine zu entführen.
R: Die Stewardessen waren eingeweiht?
M: Saftschubserinnen sind schmückendes Beiwerk im Cockpit, aber sonst nicht tauglich.
R: Haben Sie Handyaufnahmen von den Sexorgien im Cockpit gemacht?

Piloten

M: Kollege und ich waren uns einig. Wir wollten die Maschine auf den Weg vom bulgarischen Burgas aus nach Kattowiz entführen.
R: Hatten Sie Explosiva bei sich?
M: Die Servierwagen waren voll damit. Wodka, Sambuca, Whisky und Eau de Parfum massenweise. Alles hochprozentig.
R: Der Knaller schlechthin also.
M: Streichhölzer hatten wir auch dabei.
R: Ich verstehe. Statt dem klassischen Zippo-Benzinfeuerzeug die Streichhölzer als Aufschrei gegen die Urwald-Rodung.
M: Quatsch. Als Notleuchten. Falls mal wieder die Kabinenbeleuchtung ausfallen sollte.
R: Nur deswegen? Genial!
M: Auf der Hälfte des Fluges habe ich dann die Passagiere informiert, dass sie alle 10000 Meter über Normal Null entführt gelten. Und wir sie zu einem Flughafen unserer Wahl bringen würden.
R: Ich verstehe nicht. Sie flogen doch schon nach Kattowiz.
M: Aber das haben die doch nicht mehr mitbekommen. Denn um zu verhindern, dass die Passagiere wie damals in Pennsylvania von hinten die Maschine aufrollen würden, haben wir eine Boardrunde nach der nächsten für die Passagiere geschmissen.
R: Ich verstehe. Die Alkoholika.
M: Hochprozentiges brennt besser. Die Passagiere als lebende Molotow-Cocktaile.

Passagiere2

R: Aber wenn ich richtig verstanden habe, flogen Sie von Burgas nach Kattowiz. Wie soll denn dann eine Entführung nach Kattowiz funktionieren?
M: Nur wenn die Passagiere besoffen gemacht werden, dann ist deren Widerstand am geringsten.
R: Moment: Sie entführen eine Maschine, die auf dem Routineflug nach Kattowiz ist nach Kattowiz?
M: Nicht ich. Sondern ich und mein Co-Pilot. Ohne ihn hätte es nie geklappt.
R: Ich wette, es hat auch kein Passagier bemerkt.
M: Doch. Die haben aus Verzweifelung gesoffen. Wie bekloppt. Die Wodka-Vorräte waren total geplündert.
R: Ja klar. Der Freibier-Effekt.
M: Quatsch. Diese Ablenkung war Bestandteil dieses perfekten Verbrechens.
R: Ihre Meinung.
M: Schauen Sie doch Ihre Fotos an: Sie sehen erleichterte Menschen, die froh sind, diese Flugzeugentführung überlebt zu haben.

Passagiere1

R: Eine Entführung durch Piloten, die das Flugzeug zum Bestimmungsort bringen, aber noch nicht mal die Fluglotsen über die Entführung informieren?
M: Aber Sie haben es doch bemerkt.
R: Bin ich mir nicht mehr so sicher.
M: Gerochen haben Sie es und die Freilassungsfotos gemacht.
R: Knipsereien aus purer Langeweile am Flughafen Kattowiz.

Passagiere3

M: Ach man. Schwätzen Sie doch nicht so altklug daher!
R: Danke für das Interview. Ich hau mir jetzt nen Wodka-Bull hinter die Kiemen. Das habe ich mir jetzt verdient. Tschüss.
M: Sie dürfen das Interview auch ungekürzt und ohne mein Gegenlesen veröffentlichen! Ich zähl auf Ihren journalistischen Verstand!
R: Ja, ja.
M: Was?
R: Ja, ja, ich flieg mal lieber wieder in die Redaktion als raus …
M: …

Katowice

Über Kölsch, Alt-Bier, Konvertiten und Gefährder


– Was ist denn das?

Die Stimme kam mir bekannt vor.

– Kein Kölsch? Ist das ein Alt-Bier?

Ich schaute mich um. Er war wieder da.

– Herr Oberspielleiter, dunn mir ne Kölsch! Das ist ein Alt-Bier, nicht wahr? Du bist umgeschwenkt?

– Das ist kein Alt-Bier, das ist Alt mit einem Schuß Malzbier.

– Aber Alt-Bier! Du bist doch nicht krank? Oder machste jetzt auch auf Konvertit?

– Auf was?

– Auf einer von den Konvertiten.

Was sollte das jetzt sein? Mühsam hatte ich mir beigebracht, was Stalagmiten sind. Dass diese das Gegenteil von Stalagtiten sind widerum aber kein Stalagtitten, auch wenn beides hängt.
Und jetzt er mit einem super neuen Fremdwort daher …
Angeber, elender.
Ich nahm ein Schluck des süßen Alt-Bieres und schaute ihn fragend an.
Der Wirt schob ihm ein Kölsch herüber und er nahm schnell einen Schluck.

– Die drei Terrositen neulich, die die Polizei hopps genommen hatte. Die beiden Deutschen der drei hatten die Glaubensseiten gewechselt. Einfach zu dem Islam kontertiert. Daher nennt man solche auch Konvertiten.

– Also sowas wie der Moslem Muhammad Ali, der vorher der Christ Cassius Clay war?

– Genau. Wie Malik Abdul Aziz oder Franck Bilal.

– Wer sollen diese sein?

– Der eine nannte sich zuvor Mike Thyson. Der andere begeistert als Franck Ribéry in der laufenden Fußballsaison Fussballfans. Wussten Sie übrigens, dass selbst in der Familie der Bushs Konvertiten gibt? Den Georg W. und seinen Bruder Jeb.

– Sind die jetzt auch Moslems?

– Nein, der eine Konvertit ist jetzt Methodist und der andere Katholik.

– Ich dachte der erstere wäre Präsident. Egal. Wenn ich also meine Glaubensansichten ändere, bin ich also Konvertit?

– Richtig.

– Und wen interessiert es? Glaubenswechsler gibt es viele und es hat niemand großartig interessiert. Der ehemalige Innenminister Otto Schilly war erst Rechtsanwalt der RAF, dann wurde er Grüner. Dann wechselte er zu SPD und wurde dann Innenminister unter Schröder. Jeder soll halt nach seiner eigenen Fasson glücklich werden.

– Der bayrische Innenminister Beckstein hat jetzt dem Handelblatt gesagt, dass Konvertiten eindeutig dazu neigen, sich durch besonderen Fanatismus der neuen Glaubensrichtung als würdig erweisen zu wollen und somit zu 150%igen werden.

– Wie Otto Schilly oder Georg W..

– Nicht ganz. Beckstein dachte dabei mehr an den Paragraphen §129, der sich mit kriminellen Vereinigungen befaßt.

– Stimmt. Eine kriminelle Vereinigung ist ja nur als solche anzusehen, wenn es keine Partei ist, hatten Sie mir mal erklärt.

– Aber klar. Beckstein redete eher über Fritz und Daniel, unsere beiden Wasserstoffperoxid-Experten.

Ruhe.
Mir kam der Gedanke, dass die Deutschen im Ausland immer gerne „Fritz“ gerufen werden. Und „Fritz“ ist auch immer gerne blond. Und jetzt hat Fritz auch noch Wasserstoffperoxid gehortet. Wenn jetzt in solchen BILDartigen Zeitungen wie SUN etc. stehen sollte, „Fritz plante Attentat mit Wasserstoffperoxid in Deutschland“, dann bleibt zu hoffen, der Leser versteht es trotzdem.
Nun ja, Terroristen sind im Grunde ihres Herzens und Gemüts ja immer recht blond. Da bräuchte es normalerweise kein Wasserstoffperoxid. Daher hatte es die Polizei ja auch schnell ausgetauscht.
„Wasser, Stoff und per Oxid sind für kleine Fritzchen nix.“
So oder so ähnlich wird wahrscheinlich bei der Polizei gekalauert.
Ich schätze, Fritzchen-Witze sind seit den beiden Fritz und Daniel ganz groß im Kommen …

Während ich mir langsam einen Schluck vom Alt-Bier gönnte, setzte er neben mir schon die zweite Kölsch-Stange an.

Hätte ich ihm jetzt sagen sollen, dass ich Otto Schilly und Georg W. aufgrund deren 150%igen Politik nicht wirklich mag? Der eine hatte hier entschieden den Orwellschen Staat vorangetrieben. Die Art von Staat, die er als Grüner zuvor politisch bekämpft hatte. Und der andere redet dauernd von Frieden und Freiheit. Seine Taten heißen aber Guantanamo, Afganistan und Irak. Rechtsfreies Gefängnis und menschenmordender Krieg.

Ein weiterer sehr bekannter Konvertit war Saulus. Er hatte vorher als Römer fleissig gegen Juden und deren Sektierer gehetzt und gemeuchelt, wo er sie nur traf. Da wurde er ganz schnell durch einen Blitz erleuchtet, es haute ihn aus seinem 1-PS-Sitz, in Folge nannte er sich Paulus und hetzte dann ungerührt gegen die Juden weiter.

Von ehemaligen Rauchern sagt man auch, dass es 150%ige seien. Das seien die militanten Nichtraucher, die bisweilen recht rabiat gegen Raucher hetzen. Und das obwohl diese brav ihre Tabaksteuer zahlen und die Abstinenz der Ex-Raucher zum Wohl der nie-rauchenden Steuerzahler auf deren eigenen Schultern umverteilen. Denn wer raucht, hilft nicht nur das finanzielle Staatssäckel zu füllen. Nein, seit November 2001 unterstützt der Raucher mit jeder Zigarette aktiv den Kampf gegen den Terrorismus durch eine erlassene Tabakzusatzsteuer. Rauchen im Kampf gegen solche wie Daniel und Fritz.
Ob diese beiden gefährlichen Möchtegern-Terroristen Raucher sind? Sie hätten somit den Kampf gegen sich selber finanziell unterstützt. Aber da dürfen die beiden 150%ig sicher sein, dass dieses vor Gericht dann nicht strafmildernd gewertet wird.

Während ich meiner Gedankenonanie noch ein wenig nachhing, schob er mir ein Kölsch vor die Nase und nahm mir das Alt weg.

– Komm trink mal wieder was vernünftiges. Das schönste am Konvertitentum ist ja, wenn man danach wieder heim kommt, gelle? Man konvertiert ja nur, um dann wieder zu Muttern zurück zu kehren. Stößcken!

Er stieß mit seiner Stange – inzwischen der dritten – an mein Kölsch und nickte mir aufmunternd zu. Ich hätte zwar gern mein Alt noch ausgetrunken, aber es gibt Dinge, die müssen getan werden. Oder wie hieß es noch in dem Adolf Winkelmann’schen Film „Jede Menge Kohle“ (der erste in Dolby-Stereo aufgenommene Film weltweit):
„Es kommt der Tag, da muss die Kettensäge sägen.“

Ich ergriff meine Kölschstange, prostete zurück und nahm ein Schluck.
Naja. Ne Cola wäre mir da jetzt lieber gewesen. Egal.
Er stubste mich freundschaftlich an die Schulter.

– Wissen Sie, was ich in diesem ganzen Terroristenkuddelmuddel erstaunlich fand? Gestern jenes Video mit dem Osama bin Laden.

– Ich hab es mir nicht angeschaut. Es war nicht nur nicht mit Unterttitel sondern auch nicht synchronisiert. Sowas schaue ich mir dann nicht an.

– Ist Ihnen der Bart von diesem Osama aufgefallen? Der war schwarz!

– Schwarz?

– Der hatte sonst doch immer so einen straßenkötergrauen Bart.

– Hm, sollte Osama auf sein Alter eitel werden und ihn sich schwarz gefärbt haben?

– Oder er hatte sich damals seine Barthaare schon immer grau gebleicht.

– Ja, das könnte passen. Früher hatte er noch selber seine Bomben mit Wasserstoffperoxid gebastelt. Heute lässt er die Fritz und Daniels dieser Welt basteln. Das entfärbt seinen Bart nicht mehr so. Er wird wieder schön schwarz. Nebenbei, man könnte Osama nach diesem Video auch in die Reihe der Glaubenswechsler und Konvertiten stellen. Er hat in dem Video kaum mehr von seinem alten Glauben, dem Islam, gesprochen. Er sprach jetzt von seinem neuen Glauben, der politischen Überzeugung. Osama als Terrorist war ja schon immer mies. Aber als Politiker-Konvertit? Dann wird er garantiert 150% mieser …

– Und vom Beckstein beobachtet. Jetzt wird mir einiges klarer, warum manche eher als Gefährder eingestuft werden als andere.

Er nahm einen Schluck und schaute mich fragend an.

– Warum?

– Wer eine bestimmte Einstellung schon seit langem hat und dort wohnt, wo sie beheimatet ist, der brauch‘ nicht beobachtet werden.

– Von welchen Gegenden reden Sie?

Er schaute mich verständnislos verstört an.

– Ich rede von Gebieten in Ost- und West-Deutschland, wo es keinerlei Konvertiten gibt. Die Neonazis in den No-Go-Gebieten. Da, wo man noch ungestraft Ausländer jagen darf, und von der Politik noch Rückenwind bekommt.

Er schaute mich befremdet an, nahm einen letzten Schluck und warf einen Zehner in Richtung des Wirtes. Er hob zum Einwand seine Hand hoch. Aber jetzt wollte ich meinen Gedanken noch zuende bringen.

– Wenn der Politiker Gauweiler beispielsweise, die Grundeinstellung des politisch korrekten Großlagers in Deutschland gegen rechts in Frage stellt und diesen wenig Nachdenken, viel Hysterie und noch mehr Selbstgerechtigkeit beim Kampf gegen Rechtsradikale vorwirft, dann wird klar, dass der Staat gegen Rechtsradikale erst was unternimmt, wenn diese zu Linksradikale konvertieren, oder? Weil dann sind es die 150%igen und nicht nur ein Mob, der eine Pizzeria mit Indern belagert.

Er ließ die Hand sinken, schaute mich finster an und das letzte, was ich von ihm hörte, bevor er die Kneipe verließ, war ein verärgertes:

– So ein Quatsch!

Der Wirt kam zu mir herüber und schaute mich fragend an:

– Na? Vertreibste mir wieder meine Gäste?

– Nein, ich versuche mir nur schwierige Fragen einfach zu stellen.

– Welche?

– Bin ich Konvertit? Oder was trinke ich als nächstes?

– Und? Was kann ich dir bringen?

– Keine Ahnung. Bring mir mal ein Kölsch im Altbierbecher …

Abhör-Attacke! Meine Handy-Gespräche wurden belauscht!


Warum habe gerade ich immer solche Briefe im Postkasten?
Warum nicht mal eine Lottogewinnbenachrichtigung?
Wer erklärt mir das?

Sehr geehrter Herr Careca,

nachdem einer unserer fleißigen Mitarbeiter Ihr Mittagsgespräch am gestrigen Tag abgetippt hat, liegt uns folgendes vor:

  1. Sie haben mehrfach das Wort „Bombe“ benutzt. Wir weisen darauf hin, dass die Verwendung des Wortes „Bombe“ auf dem Index für Hinweise auf terroristische Nähe steht. Wir fordern Sie auf, die Verwendung zu unterlassen, um amerikanische oder israelische Geheimdienstmitarbeiter bei ihren elektronischen Abhöraktionen nicht zu irrientieren. Vermeiden Sie auch eine Verwendung zusammengesetzer Wörter, selbst wenn Sie das Wetter als „bombenmäßig“ bezeichnen wollen.
  2. Sie haben sich abfällig über den Innenminsiter Schäuble und seine Behinderung geäußert. Diese Art der Diskriminierung ist nicht tolerierbar. Das Ermittlungsverfahren wegen Behindertenfeindlichkeit wird in den nächsten Tagen eingeleitet.
  3. Sie haben Ihren Chef Ihrer Firma XYZ mehrfach als „dummer Ostfriese aus Berlin“ bezeichnet. Hiermit haben Sie in Tateinheit mit der vorsätzlichen persönlichen Beleidigung auch noch nachgewiesen, dass Ihre Allgemeinbildung nicht mehr dem Stand der Erfordernisse entspricht. Dieses mussten wir feststellen, da Sie bemerkten, ihr Chef sei aus Rostock. Wir lassen gerade Ihren Realschul-Abschluss überprüfen. Ihren Chef unterrichten wir morgen per normalem Einschreibe-Brief mit Rückschein.
  4. Im darauf folgenden Gespräch hatten Sie sich lautstark mit Ihrer Frau unterhalten, weil Sie deren Beziehung zu dem Nachbar für nicht legitim empfanden. Unser Mitarbeiter erlitt bei Ihrer Brüllerei einen Gehörsturz. Wir werden Sie mit den Kosten seiner Gesundheitsbehandlung belasten.
  5. Als der Mitarbeiter hinter Ihnen wegen Ihrer plötzlichen Brüllerei mit Hörsturz durch begleitenden Vertigosymptom zusammen brach, haben Sie nicht den Notarzt gerufen. Wir haben eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen Sie eingeleitet. Desweiteren werden wir Sie für den Verdienstausfall des Mitarbeiters und den schuldhaft verursachten Mitarbeiterausfall bei uns haftbar machen.


Aufgrund eines richterlichen Beschlusses müssen wir Sie von unserer Abhöraktion unterrichten, obwohl Sie durch die dadurch erzeugten Ermittlungsverfahren eh alles mitbekommen hätten. Also seien Sie nicht übermässig verstimmt, schon jetzt von uns über unsere Ergebnisse der Abhöraktion erfahren zu müssen.
Es steht Ihnen frei schon mal ihren Anwalt zu kontaktieren. Wir empfehlen Ihnen sich diese kosten zu sparen. Die Beweiskraft des Abhörprotokolls ist zu eindeutig.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Geheimdienst aus Pullach

P.S.:
Wir haben noch weitere Mitarbeiter, um Sie zu belauschen. Machen Sie sich also keine Hoffnung, unabgehört zu bleiben.
Sie hören deshalb auch in Zukunft noch von uns. Und wir von Ihnen, sobald wir wieder einen neuen Mitarbeiter unauffällig hinten Ihnen platziert haben.

P.S.S.:
Und bitte unterlassen Sie dann bei unseren Abhöraktionen das Brüllen. Zum Wohle unserer Mitarbeiter. Unser Betriebsarzt dankt Ihnen bereits jetzt für Ihre zukünftige Rücksichtnahme im Voraus.