Holz, ein begehrtes Baumaterial: damals für Pferde, heute für politische Wege

Die Straßen Bayerns sind nie wirklich dunkel. Das hehere Licht der Staatskanzlei und deren angeschlossenen Organen leuchtet bis in die letzten Winkel seines Landes. So erfreut sich insbesondere der Bürger Münchens eines hohen Sicherheitsniveaus.

Seitdem Anfang, Mitte der 1960er Jahre noch Studenten von der Leopoldstraße gen Norden joggten, um an der »Münchener Freiheit« rum zu trollen, so wissen doch die heutigen Studenten, wo sich das Leben abzuspielen hat: nur dort in der Leopoldstrasse, da wo es auch noch Universität hat.
Pardon, Elite-Universität wollte ich freilich schreiben. Denn die »LMU« ist auch so eine Leuchte Münchener Wissens. Letztendlich hatte im Bette mit seiner Mätresse diese Wissensanstalt ein bayrischer König verfügt, dass dort Wissen von Wissbegierigen angehäufelt werden solle. Von Rumdemonstrieren hielt der bayrische König weniger, weil es auch damals Leute gab, die sich nach seinem Geschmack zu sehr für sein privates Sexleben interessierten.

Die LMU wie auch andere Universitäten des »Freiheitsstaates Bayern« hat schon viele fähige Köpfe hervorgebracht, welche zwischen Frankenland, Walhalla und Alpenpanorama ihren Doktor gemacht haben. Dr. Franz-Josef Strauß, Dr. Max Streibel, Dr. Edmund Stoiber, Dr. Karl-Theodore zu Guttenberg, Dr. Ilse Aigner, Dr. Hans-Peter Friedrich.

Na? Wo war der Fehler?
Richtig. Unser Problembär-Jäger und Transrapid-Einsteiger Stoiber und unser Innenminister und Bewahrer der inneren Sicherheit Hans-Peter Friedrich sind die einzigen mit einem Doktortitel und Ilse Aigner hat im Gegensatz zu allen anderen nur die Mittlere Reife. Aber der Rest hätte sich gerne mal mit einem Doktortitel geschmückt. Unser herzallerliebster Karl-Theodore auf und davon Guttenberg wollte einen, hat ihn sich kopiert und deswegen wurde dieser Titel ihm nicht mehr gegönnt. Stoibers Töchterle wollte auch dem Herrn Papa in Sachen Titel nachfolgen und wurde dabei im post-universitären Leben ebenfalls von ihrer Kopiererei schneller eingeholt, als es sich das Töchterlein dachte.

Nebenbei: freilich haben nicht alle an der LMU studiert, die jetzt in Bayern wichtige Staatsämter bekleiden. Aber hilfreich war es doch. Denn so konnten fähige Köpfe Bayerns entscheiden, dass die Geschichte auch für die bayrisch-rautenförmigen Gedankenmuster etwas eminent Wichtiges parat hatte: die Erlangung von Wissen von hinten durch die Brust direkt ins Auge. Geschichte zum Nacheifern. Historisches Kopieren in konservativer – also bewahrender – Tradition.

Denn da gab es mal ein Volk von Streitern, die wollten in eine Disko und der Türsteher sagte denen dauernd »Du kommst hier nicht rein«. Das hat die Streiter so genervt, dass die ein Holzpferdchen bastelten und es dem Türsteher brachten, der es sofort in die Abstellkammer verfrachtete, weil er damit nichts anzufangen wusste. Als dann die Disko geschlossen war, kletterten paar Illegale heraus und kurz darauf machten die Streiter spontan Fete in der Disko. Diese List ging in der Geschichte als das Pferd von Troja ein.

Mit »Du kommst hier nicht rein« kennen sich die bayrischen Politiker seit der Gründung der Münchener Nobeldisko »P1« zur Genüge aus. Also haben sie sich gedacht, das, was Odysseus in Troja schaffte, das würde die Staatskanzlei auch mit ihren zu verwaltenden Bürgern schaffen und programmierten folglich einen Trojaner.

Inzwischen hatte die bayrische Politikerin Ilse Aigner was ganz neues für ihren Beruf entdeckt: Datensicherheit. So kämpfte sie für die Verpixelung von Häusern bei Google-Street-View, auf das niemand mehr per Heim-Computer in fremde Wohnungen schauen sollte. Medienwirksam trat sie bei Facebook aus, besser gesagt, sie versuchte, dort ihr Profil zu löschen. Wer wissen will, was sie bei Facebook im Profil stehen hatte, kann bei Wikipedia oder Ilse Aigners neustem Twitter-Account oder http://www.ilse-aigner.de nochmals alles nachlesen.
Später pilgerte Uns-Ilse schließlich auch noch in die amerikanische Zentrale von Facebook (»Ilse who?«), um dort für die Datensicherheit ihrer Bürger zu kämpfen. Ihr persönliches Erfolgserlebnis war, dass der Facebook-Chef Mark Zuckerberg nach ihrem Besuch die »Timeline« für Facebook ankündigte, um jedermanns Leben somit zum öffentlichen Privatarchiv wandeln zu können.

Ilse Aigner zeigte sich daher über Facebooks neuen Zukunftsprojekte so erfreut wie letztens eben jener Rechtsanwalt, der die Festplatte seines Mandatens dem Chaos Computer Club (CCC) zur Analyse übergab. Und der CCC fand dort eine Art Holzpferdchen, mit dem wohl einige »Du kommst hier nicht rein«-Hasser sich auf jenem Computer breit gemacht hatten. Die Tarnung des »Bundestrojaner« war aufgedeckt. Aber darin täuschte sich der CCC. es war kein »Bundestrojaner«. Lediglich ein »Freistaat-Trojaner«, welchen der Mandant des Rechtsanwalts sich bei einer Kontrolle am Münchener Flughafen eingefangen hatte. Gut, der Zoll und die Sicherheitskontrollen am Flughafen unterliegen eindeutig dem Bund. Aber der Trojaner war eindeutig bayrischer Art. Typisch bayrisch vordergründig. So bayrisch wie Ilse Aigner, Franz-Josef Strauß, Edmund Stoiber und Karl-Theodor zu Guttenberg.

Doch zurück zu Ilse Aigners Besuch bei der US-Facebook-Zentrale: Frau Aigner wollte klären, ob schon ein Klick auf einem Facebook-Like-Button genügt, um auf dem Computer für zwei Jahre ein Cookie abzulegen, um das Surfverhalten des Nutzers am PC aufzuzeichnen. Es ist der Traum für jeden Landes- und Bundespolitiker und besonders deren Exekutive.
Stand zum Fotografieren von Straßenzügen bislang nur hoch komplizierte Satellitentechnik zur Verfügung, während Google einfach Autos mit Kameras auf nem Stativ nutzte, so lässt gerade die Existenz eines bloßen Cookies Überwachungsträume ins Kraut schießen. Denn würde der Staat Straßen und deren Internet-Access-Points fotografisch und datentechnisch für eigene Zwecke dokumentieren, es würden nur überbezahlte und untermotivierte Schlapphüte zur Verfügung stehen (was die Satellitentechnik erklärt).

Also ein Cookie als Trojaner? Was für ein Traum. Wie macht Facebook das nur? Ilse wollte es in der US-Facebook-Zentrale genauer wissen. Facebook hat alle ihre Fragen zugelassen. Nur beantwortet hatte Facebook diese nicht. Wie unfair, Facebook.

Neulich hatte der Innenminister Hans-Peter Friedrich (ebenfalls bayrischer LMU-Absolvent und P1-Geschädigter) erst versucht, der Ministerin Aigner den Wind aus ihren aufgeblähten Segeln zu nehmen. Friedrich erklärte sich ex pressis verbis damit zufrieden, würde Facebook einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Datensicherheit nachkommen. Dieses ist insofern bemerkenswert, da die Datensicherheit den Aufsichtsbehörden der Länder unterliegt und nicht dem Bund. Somit also auch nicht dem Innenminister. Und erst recht nicht Ilse Aigner und deren beiden für die Sache »Internet« abgestellten Mitarbeitern. Zwei Mitarbeiter eines 900-Mitarbeiter-starken Verbraucherschutzministerium (s.a. ZEIT-Online). Was für ein Einsatz für ein Volk von durch Facebook bedrohte Bürger. Wird es jetzt klarer, warum der CCC nie einen »Bundestrojaner« aber dafür einen »Landestrojaner« finden konnte? Auf Bundebene fehlen entsprechende Arbeitskräfte.

Und jetzt sehen wir plötzlich, dass der CCC dem bayrischen Trojaner-Dreigestirn »König, Bauer und Jungfrau« (Innenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Bayrischer Innenminister Joachim Herrmann, Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner) ein dickes Ei ins Nest gelegt hat: des Kaisers neue Kleider verhüllen nicht wirklich etwas, sondern zeigen eigentlich nur, wie lächerlich und janusköpfig dieser Pseudo-Kampf gegen Facebook und Co. ist.

Im Mittelpunkt steht wie üblich nicht der Anspruch auf Datenschutz der Menschen. Argumentativ vorgeschoben wurde die Terrorabwehr. Damit sollte der »Bundestrojaner« der Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Eingesetzt wurde jetzt staatlicherseits ein Abkömmling illegal zur Bekämpfung des Drogenhandels. Mehr als ein Schädlingssoftware-Programm ist dabei nicht herausgekommen. Ein Programm, welches zum einzigen Zweck der kompletten Internet-Überwachung verdächtiger Bürger erstellt wurde. Es bleibt die gute Hoffnung, dass jetzt das Programm den wohlverdienten Weg aller Schadprogramme erfahren wird: die Aufnahme in die Virendatenbanken der Anti-Viren-Softwarehersteller.
Jetzt fängt wohl die Nervosität der Einsatzzentralen jenes Trojaner-Programmes an: Wer hat diese Schadsoftware denn nun auf seinem Rechner? Wer entdeckt ihn?

Ilse Aigner und ihr Kampf gegen Facebook war bislang eine wohlfeile Show. Der Einsatz von staatlichen Trojanern dagegen ist das real existierende Handeln hinterm Vorhang. Offizielle Behörden haben es auf Inhalte abgesehen, die die von ihr verdächtige Bürger auf dem Monitor und auf der Festplatte haben. Einerseits. Andererseits gilt auch jetzt wieder der von Politikern dauernd propagierte Grundsatz »Wer stets rechtens lebt und nicht zu verbergen hat, der hat auch vor einem Staatstrojaner nichts zu befürchten«.

Genau. Warum dem Staat alles vorenthalten und als privat deklarieren? Warum mache ich aus meinen Computer-Sitzungen jeden Abend nicht auch immer gleich ein »Public Viewing« in meiner Straße? Hab ich etwas zu verbergen? Bin ich etwa ein Gefährder, etwa ein Schläfer, nur weil ich meine Daten von bestimmten Organisationen nicht wirklich erleuchtet und durchleuchtet sehen möchte?

Gut. Wenn all jene mit gutem Gewissen, ihre Computersitzungen auf Leinwände zeigen würden, zur Überwachung all dieser »Public Viewing«-Shows würde es viele Schlapphüte benötigen, die sich vor den Leinwänden fleißig Notizen und Fotos (sogenannte Screen-Shots) machen. Der gläserner Bürger. Dann wäre der Staat zufrieden. Das Idealbild einer wehrhaften Demokratie in der Gefahrenabwehr. Nur wäre dazu ein verdammt hoher Personalaufwand notwendig. Aufwand um jeden Preis. An dieser Herausforderung ist bereits schon einmal ein Staat vor mehr als 20 Jahren gescheitert.
Im Zeitalter des Computers geht es erheblich einfacher, Daten und Informationen abzugreifen. Was denn einem Trojaner auch gleich wieder seine Daseins-Berechtigung gibt. Das haben sich wohl auch viele Politiker gesagt und das Projekt freudig abgenickt (ergo: Politiker ungleich Bürger).

Der Trojaner als erleuchtende Lebensphilosophie.
Ein Leben im Hier und Jetzt in den Grenzen von Copy & Paste.
Insbesondere die Stoibers und Guttenbergs aus Bayern wissen viel dazu zu berichten. Offensichtlich eine bayrische Lebensphilosophie. Eine, welche jetzt den Trojaner im Dienste seiner vielen bayrischen Majestäten der Staatskanzlei gestellt hatte.

Und was hat das staatliche Copy & Pasten mit Trojanern jetzt politisch zu bedeuten? Wird es bald wieder eine Doktorenschwemme unter Politikern geben? Sponsored by screenschots? Made by Trojaner?

Trojaner. Nachempfunden der Kriegslist beim Kampf um Troja. Als mit Hilfe eines hohlen Holzpferdes eine Bastion geschleift wurde. Genau das haben die Bayern vor allen anderen zuerst aus der Geschichte gelernt. Und exemplarisch preußisch vorexerziert:
Mit Holzpferden kommt man am besten auf Holzwegen voran.
Auch wenn die Bretter vor der eigenen Stirn als Wege dazu herhalten müssen.

Das Schlusswort an dieser Stelle sei dem verstorbenen GröBaz Franz Josef Strauß (dem Politiktrojaner ohne Doktorhut und doppeltem Boden) vorbehalten:

»Von Bayern gehen die meisten politischen Dummheiten aus. Aber wenn die Bayern sie längst abgelegt haben, werden sie anderswo noch als der Weisheit letzter Schluss verkauft.«

Ertrage die Clowns (1): Norwegen und seine Interpreter

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Das Attentat des bekennenden Christen lässt wohl allgemein vorgeschobene Ratlosigkeit bei den Journalisten zurück. Wäre er ein Islamist gewesen, die Welt wäre so einfach zu erklären gewesen. Aber es war ja kein Pluderhosenträger sondern jemand, der die Freiheit Europas verteidigen wollte. Das passt vielen ganz und gar nicht ins derzeitige Konzept. Wie schrieb die rechtsgerichtete Internetplattform „PI“ (Quelle des folgenden Zitats ist die Internetseite http://www.pi-news .net):

Im heute viel diskutierten Manifest des norwegischen Terroristen Breivik kommt auch ein Auszug aus einem Interview Henryk M. Broders vor. Der Tagesspiegel kontaktierte Broder darauf in England, wo er sich gerade aufhält, und fragte, wie er sich dazu stelle und ob er sich Sorgen mache. Broders Antwort:
“Das einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, woher ich Ersatzteile für meinen Morris Traveller aus dem Jahre 1971 bekomme. Sogar in England werden die Teile knapp.”
Eine sehr gesunde Einstellung meiner Ansicht nach!

Weitere Irrungen und Wirrungen der Glaskugelleser finden sich auf den folgenden Internetseiten hier (http://www.bildblog.de/32127/vorzeitiger-mutmassungserguss/) und hier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/feiges-journalistenpack/) trefflich wiedergegeben.

Im DWF (Deutsche Welle Fernsehen) sah ich heute einen Kommentar, der davon sprach, dass solche Terroristen ernst genommen werden sollten und die Ausländerpolitik in Europa besser geregelt werden müsse. Mir fiel das Frühstück dabei fast aus dem Gesicht. Wäre es ein Islamist gewesen, es wäre übrigens der gleiche Kommentar gewesen, aber mit noch wesentlich härter geforderten Gangarten wie Überwachung von Moscheen, Überwachung ausländischer Gruppierungen, Strafe bei Nicht-Integration usw. usf.. Vielleicht hätte auch jemand eine Bestrafung des Berliner Türken gefordert, der den vorsätzlich provozierenden Sarazin mit seinem Kamerateam aus seinem Lokal warf (was ja bereits die BILD-Zeitung indirekt als bestrafungswürdige Häresie wertete).
Nun war es aber keine unrasierte, dunkelhäutige mit gegelten schwarzen Haaren daher-gelaufene Pluderhose, sondern ein blondes, blauäugiges, sauber rasiert und gescheiteltes Bürschlein. Ein ausgewachsenes Jüngelchen, welches mit voller Ratio und hinterhältiger Planung zum Massenmörder wurde und sich inzwischen damit auch noch brüstet, insbesondere Sozialisten getötet zu haben.

Dass der Junge nun nicht wirklich ins derzeitige Raster der gewollten Terror-Ausübenden passt, wird viele nicht daran hindern, neue Daumenschraubengesetze gegen diejenigen zu verhängen, die damit nicht das geringste zu tun haben. Im Namen der Freiheit werden Freiheiten eingeschränkt werden. Das ist so sicher, wie bei bestimmten „Christen“ das Amen in der Kirche.

Von den Attentaten hatte ich zuerst nichts mitbekommen, weil ich auf einer Rückreise aus den USA war. Gewundert hatte ich mich am Tage der Attentate lediglich, dass die USA-Ausreise so langwierig wurde. Aber wer die USA-Einreise kennt, den wundert so etwas nicht wirklich. Als ich dann am nächsten Morgen landete und meinen Koffer vom Band holte, fiel mir erst zu Hause auf, dass eines meiner TSA-Schlösser (http://de.wikipedia.org/wiki/TSA-Schloss) fehlte. Es war zusammen mit einer Reißverschlusslasche abgerissen worden (die andere Lasche befand sich kurioserweise verbogen noch dran, so dass das Schloss wohl entweder gewaltsam geöffnet oder gleich zerstörerisch herunter gerissen worden sein musste, wobei die andere Lasche vom Koffer gerissen wurde). Mein Koffer war offensichtlich durchsucht worden. Der Grund präsentierte sich mir auch gleich: Meine vor der Rückreise geleerte Kunststoffwasserflasche. Geöffnet fand ich sie sich in meinem Koffer, obwohl ich sie vorher verschlossen hatte, damit der Rest Wasser nicht auslaufen sollte.
Ja, es war dumm von mir, eine leere Kunststoffwasserflasche im Koffer zu haben. Da sieht der Zöllner am Scanner nichts drin. Keine Flüssigkeit. Nichts. Es könnte ja also auch Gas drin gewesen sein. Richtig dämlich, nicht wahr. So etwas tut man auch nicht.
Aber welches Arsch nimmt sich trotz nicht billigem und für Zöllner jederzeit aufschließbaren TSA-Zahlenschloss (15 Euro das Schloss) heraus, erstens dieses gewaltsam zu entfernen und zweitens meinen Koffer zu beschädigen? Ist das mein Preis für diese deren verdammte Terror-Paranoia?
Super.
Eeeeeeeeeecht toll.
Stürzen die meisten Flugzeuge etwa wegen Terroranschläge ab? Als die Air-France-Maschine zwischen Rio de Janeiro und Paris im Atlantik abstürzte, waren die ersten Vermutungen gleich beim Terrorismus und der „Achse des Bösens“.
Klar, es gibt sie, die Oberärsche, die meinen, Attentate öffnen einem das Tor zur Ruhmeshalle oder zu politischen Lösungen. Ich bezweifle es nicht, dass es solche Gefährliche gibt.
Aber irgendwo hört die Vernunft auf und der Wahnsinn fängt an.
Und das nicht ausschließlich bei Terroristen.

Die Journalisten-Kommentare, die ich inzwischen zu dem Terroranschlag von rechts las, passen zu meinem Erlebnis. Alte Wild-West-Masche: Erst schießen, dann fragen. Und wenn wer dafür seinen Preis zahlen muss, heißt es entschuldigend „Kollateralschaden“. Dann muss auch niemand das zahlen, was eh da ein anderer schon bezahlt hat. So etwas nennt man in der Industrie geflissentlich auch „Eh-da“-Kosten.

Sogenannte Experten (in Regierungen und vor den Kameras und Mikrofonen der Auflagen-hinterher-Hechelnden sind sie eh da … es geht um Werbegelder und Werbeminuten; wer kein attraktives Programm hat, kriegt kein Geld mehr auf dem Markt zusammen und geht im Sinne von „Angebot und Nachfrage“ dem Gang aller wirtschaftlich erfolglosen Unternehmen, den neoliberalistischen Gang …). Und die Exekutiven spielen Hand in Hand.
Teamwork.
Und wir sollen alle brav mitspielen. Respektive mitarbeiten.
Die einen bauen die Pyramide und die anderen haben die Aufpasser und Pläne dazu. Und wir alle spielen brav mit. Denn wir finden Pyramiden toll. Letztendlich können wir darin unsere Freiheit in goldenen Särgen reinstellen. Ist das etwa nichts?

Als 2001 9/11 geschah, waren sich Kommentatoren darüber einig, dass jenes das Ende der „Spaßgesellschaft“ sein müsse. Denn angesichts solch eines ernsten Terroranschlags wäre es unglaublich, dass solche Dinge wie „Love Parade“, Raves und Hedonismus noch eine Berechtigung hätten.

Über zehn Jahre zuvor, Anfang der 1990er wurde in Deutschland der Karneval abgesagt. Denn wenn andere sterben würden (Golf Krieg No. 2, auch unter dem Begriff „Desert Storm“ bekannt), dürfen andere nicht feiern.

Jetzt, 10 Jahre später – wir schreiben das Jahr 2011 -, ertönen bereits die Kommentare, dass Länder zu sehr offen sein können, dass Europa in der Ausländerpolitik irre. Wohlgemerkt, es wird bereits nicht darüber diskutiert, wie gegen Terror von Rechts vorgegangen werden soll, sondern wie rechte Terroristen durch Politikwandel beruhigt werden können.

Selbsternannte Experten aus dem journalistischen „Allzeit-bereit-Experten“-Pool erklären uns, warum uns ein Massenmörder nicht schrecken sollte. Solche „Experten“ füllen Seiten und Sendezeiten. Oder wie BILD darüber unter dem Titel „Wie gefährlich ist dieser Täter-Typus?“ schrieb (ich zitiere lediglich den ersten und den letzten Satz; der Rest dazwischen unterstreicht beides):

Fanatische Einzelgänger oder Amokläufer erschießen nicht selten Dutzende Menschen. […] „Mit diesem Risiko müssen wir leben.“

Quelle des Zitats aus der BILD-Unterseite …/politik/ausland/norwegen-massaker/anders-breivik-wie-gefaehrlich-ist-dieser-taeter-typus-19027034.bild.html
Da muss ich mir mal den polemischen Zwischenruf gestatten dürfen: Wer redet da eigentlich noch von Fachkräftemangel in Deutschland, bei solchen Experten?

Bislang lese ich nicht vieles, was darauf hindeutet, was getan wird, um den Terror von rechten Menschen zu bekämpfen, außer dass man denen nachgeben will, indem man auf deren Forderungen mit Kompromissen eingehen könnte. Eher wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um ein Einzeltäter handele und dass Norwegen eine zu freie Gesellschaft sei, aufgrund dessen ein Einzeltäter zum Schluss kam, ein Massaker in Oslo und auf einer Insel zu realisieren.
Wie heißt es doch immer wieder in bestimmten Kreisen: Wozu brauch ich staatlicherseits im Hirn ein erhellendes 100-Watt-Lämpchen, wenn die ganzen Watt gleich in die Exekutive und ihre Oberarme gesteckt werden?

Naja, ich vermute insgesamt wird wieder die Freiheit ein Opfer der Journalisten und Politiker werden. Es wird so kommen, wie es in den letzten Zeiten immer kam: Im Namen der Freiheit werden Freiheiten eingeschränkt. Als Koonzession den Linken und Rechten gegenüber.
Aufklärung dagegen und über die verursachenden Grundübel wird seitens solchen Parteien nicht betrieben, denn Wissen ist Macht. Und es soll doch so bleiben, dass alle Macht vom Volke ausgeht und nicht, dass es zum Volke zurückkehrt.
Wie immer.
Freiheit ist gefährlich. Für Linke insbesondere wie für Rechte.
Wir warten auf deren Einschränkungen.
Im Namen der Freiheit.

Die Freiheit
(von Georg Danzer)

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn,
da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern“ stand auf einem großen Schild
und „bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“ sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr!
Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!“
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag!
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!

Die Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

Wie erkennt man einen Terroristen?

Was man schon immer wissen wollte, aber nie zu fragen wagte.
Politiker wissen jetzt schon ganz genau, wie man Terroristen erkennen kann:

http://www.youtube.com/watch?v=mSaNMDLrd04 :

Also, Leute, im Winter nur in Badehose ungebräunt sich einem Bahnhof nähern, denn dann ist man unverdächtig …